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August 2026. Mit der Verordnung (EU) 2026/196 hat die Europäische Kommission die Spezifikationen mehrerer Lebensmittelzusatzstoffe angepasst und neue beziehungsweise strengere Anforderungen hinsichtlich des Aluminiumgehalts eingeführt. Die Anwendung der neuen Spezifikationen erfolgt ab dem 18. August 2026. Im folgenden Artikel wird beschrieben, wo Aluminium vorkommt, wie es in Lebensmittel und Zusatzstoffe gelangt, welche Lebensmittel besonders häufig belastet sind, welche Bedeutung die Überwachung von Aluminium hat und wie die Quantifizierung bei Eurofins durchgeführt wird.
Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erdkruste und kommt natürlicherweise in Gesteinen, Böden und Gewässern vor. Aufgrund dieses ubiquitären Vorkommens gelangt es über natürliche Prozesse kontinuierlich in die Lebensmittelkette. Zusätzlich können anthropogene Einträge, beispielsweise durch industrielle Prozesse, Bergbau, die Herstellung aluminiumhaltiger Materialien oder landwirtschaftliche Anwendungen, zu einer erhöhten Belastung beitragen.
Pflanzliche Rohstoffe nehmen Aluminium aus dem Boden auf. Daher können insbesondere pflanzlich gewonnene Lebensmittelzusatzstoffe Aluminium enthalten. Dies betrifft beispielsweise Johannisbrotkernmehl (E 410), Guarkernmehl (E 412), Gummi arabicum (E 414), Xanthan (E 415), Pektine (E 440) und Stärkenatriumoctenylsuccinat (E 1450), für die mit der Verordnung (EU) 2026/196 neue Spezifikationen festgelegt wurden.
Zu den Lebensmitteln, die erhöhte Aluminiumgehalte aufweisen können, zählen Kräuter und Gewürze, Kakao- und Schokoladenerzeugnisse, Tee, Getreideprodukte sowie bestimmte Backwaren. Darüber hinaus können Lebensmittelzusatzstoffe einen relevanten Beitrag zur Aluminiumaufnahme leisten, insbesondere wenn sie aus aluminiumhaltigen pflanzlichen Rohstoffen gewonnen werden.
Aluminium besitzt keine bekannte essenzielle physiologische Funktion im menschlichen Organismus. Die Aufnahme erfolgt überwiegend über Lebensmittel und Trinkwasser. Nach der Resorption wird Aluminium im Körper verteilt und kann sich insbesondere in Knochen, Lunge und verschiedenen Geweben anreichern.
Eine langfristig erhöhte Aluminiumexposition steht im Verdacht, gesundheitliche Auswirkungen auf das Nerven- und Knochensystem zu haben. Aus diesem Grund hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einen tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmewert (TWI) von 1 mg/kg Körpergewicht für Aluminium festgelegt. Besonders empfindliche Bevölkerungsgruppen, wie Säuglinge, Kleinkinder und Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion, stehen bei der Risikobewertung im Fokus.
Die Verordnung (EU) 2026/196 der Kommission vom 28. Januar 2026 ändert die Spezifikationen mehrerer Lebensmittelzusatzstoffe und führt unter anderem Aluminiumhöchstgehalte für bestimmte Hydrokolloide ein. Betroffen sind insbesondere Gummi arabicum (E 414) und Pektine (E 440), für die erstmals spezifische Aluminiumhöchstgehalte festgelegt wurden. Gleichzeitig wurden die Reinheitsanforderungen weiterer Verdickungs- und Geliermittel überarbeitet. Ziel der Anpassungen ist es, die Exposition gegenüber Aluminium und anderen unerwünschten Elementen weiter zu reduzieren. Die neuen Anforderungen gelten ab dem 18. August 2026.
Für die Bestimmung von Aluminium in Lebensmitteln, Rohstoffen und Zusatzstoffen ist eine empfindliche und zuverlässige Analytik erforderlich. Das Produktionszentrum für Metalle und Elemente von Eurofins bietet die Quantifizierung von Aluminium mittels optischer Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-OES) sowie mittels Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS) an. Die Verfahren ermöglichen die zuverlässige Bestimmung von Aluminium sowohl im Spurenbereich als auch bei höheren Konzentrationen und unterstützen Herstellende, Importeure und Inverkehrbringende bei der Überprüfung der Einhaltung regulatorischer Anforderungen und der Qualitätssicherung ihrer Produkte.
Haben Sie Fragen oder können wir Sie bei der Untersuchung Ihrer Lebens- und Futtermittel unterstützen? Kontaktieren Sie uns noch heute.
Franziska Wiesner
Eurofins WEJ Contaminants GmbH