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August 2026. Traditionell stehen Soja, Mais, Raps und Baumwolle im Fokus der GVO-Analytik. Doch auch weniger verbreitete GVO-Pflanzen können für Unternehmen entlang der Lieferkette relevant sein. Der aktuelle Nachweis einer in der Europäischen Union nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Tomate in Lettland zeigt, dass die Aufmerksamkeit nicht ausschließlich auf die klassischen GVO-Kulturarten beschränkt werden sollte.
Die Flavr-Savr™-Tomate war die erste gentechnisch veränderte Pflanze, die jemals für die Verwendung als Lebensmittel zugelassen wurde. Sie erhielt 1994 in den USA ihre Zulassung und wurde mit dem Ziel entwickelt, die Reifung zu verlangsamen und die Haltbarkeit der Früchte zu verlängern.
Im Vergleich zu Soja, Mais, Raps oder Baumwolle haben Tomaten weltweit eine deutlich geringere wirtschaftliche Bedeutung. Entsprechend überschaubar ist die Zahl der entwickelten und vermarkteten gentechnisch veränderten Tomaten. Die meisten der seitdem entwickelten und zugelassenen GV-Tomaten zielten auf eine veränderte Reifung der Früchte ab.
Ein Beispiel hierfür ist die „Purple Tomato“ bzw. „Purple Bliss Tomato“ des Unternehmens Norfolk Healthy Produce, die als erste gentechnisch veränderte Tomate mit gezielt veränderter Fruchtfarbe in den USA vermarktet wurde.
Die „Purple Tomato“ (auch „Purple Bliss Tomato“) des US-Unternehmens Norfolk Healthy Produce ist eine gentechnisch veränderte Tomate mit dunkelvioletter Schale und dunkelviolettem Fruchtfleisch. Ihre auffällige Färbung beruht auf zwei Genen aus dem Löwenmäulchen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tomaten beschränkt sich die violette Farbe nicht auf die Schale, sondern ist auch im Fruchtfleisch sichtbar. Die Sorte ist für den Markt in den USA zugelassen und hat darüber hinaus regulatorische Freigaben in Kanada und Australien erhalten.
Bislang wurde für gentechnisch veränderte Tomaten kein Zulassungsantrag für die Europäische Union eingereicht. Entsprechend sind derzeit keine GV-Tomaten in der EU zugelassen. Für Unternehmen entlang der Lebensmittel-, Futtermittel- und Saatgutkette bedeutet dies, dass für alle GV-Tomaten die Nulltoleranz gilt.
Welche praktischen Folgen dies haben kann, zeigt ein aktueller Fall in Lettland. Dort hat der staatliche Pflanzenschutzdienst kürzlich eine gentechnisch veränderte „Purple Tomato“ -Pflanze identifiziert. Das entsprechende Saatgut war zuvor auf der Messe „Garden and Lifestyle 2026“ verteilt worden. Laut der Behörde wurde das betroffene Material bereits vernichtet und die Überwachung des Züchters wird fortgesetzt.
Die Behörde betonte zudem, dass Personen, die diese Setzlinge oder Samen auf einer Messe oder auf andere Weise erworben haben, diese weder weitergeben noch selbst verwenden dürfen, sondern entsorgen müssen.
Eurofins GeneScan, das Kompetenzzentrum für GVO-Analytik innerhalb des internationalen Eurofins Labornetzwerks, bietet verschiedene Nachweis-Verfahren für GV-Tomaten an. Mit dem Analyse-Paket TomatoScreen steht eine umfassende Screening-Lösung zur Verfügung, mit der eine Vielzahl gentechnisch veränderter Tomaten, einschließlich der Purple Tomato, zuverlässig nachgewiesen oder ausgeschlossen werden kann. So lassen sich Rohwaren, Saatgut und weitere Probenmaterialien gezielt auf entsprechende Einträge untersuchen.
Haben Sie Fragen oder können wir Sie bei der Untersuchung Ihrer Lebens- und Futtermittel unterstützen? Kontaktieren Sie uns noch heute.
[1] State Plant Protection Service of Latvia (VAAD): Latvijā konstatēta neatļauta ģenētiski modificētu tomātu stādu tirdzniecība (In Lettland wurde der unerlaubte Verkauf von gentechnisch veränderten Tomatensetzlingen festgestellt)
[2] Latvian Public Service Media (LSM): Unauthorised GMO tomatoes found in Latvia
Ulf Rathjens (Sales Manager)
Eurofins GeneScan GmbH