Analyse von Alternaria-Toxinen

Veröffentlichungsdatum :
Freitag, Jan. 20, 2023
Schlagwörter :
Alternaria-Toxine
Mykotoxine
Lebensmittelrecht
Eurofins WEJ Contaminants

Analyse von Alternaria-Toxinen

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EFSA veröffentlicht Entwurf zur Risikoeinschätzung für Alternaria in Lebens- und Futtermitteln 

Juli 2026 (Update). Das EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM) veröffentlicht einen Entwurf zum Update für die in 2011 veröffentlichen Risikoeinschätzung von Alternariatoxinen.[3] Jan. 2023 (Update). Im April 2022 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Empfehlung zur Überwachung des Vorkommens von Alternaria-Toxinen in Lebensmitteln. In der Empfehlung (EU) 2022/553[1] sind Richtwerte für Alternariol (AOH), Alternariolmonomethylether (AME) und Tenuazonsäure (TEA) für bestimmte Lebensmittel gelistet, die auf Monitoring-Ergebnissen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) basieren.

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Lebensmittel mit Richtwerten für Alternaria-Toxine

Die Mitgliedstaaten werden dazu aufgerufen, in enger Zusammenarbeit mit Lebensmittelunternehmen die Alternaria-Toxine in den in der Tabelle genannten Lebensmitteln zu überwachen.

Lebensmittel

Richtwerte* (EU) [µg/kg]

  AOH AME TEA
Verarbeitete Tomatenerzeugnisse 10 5 500
Paprikapulver - - 10000
Sesamsamen 30 30 100
Sonnenblumenkerne 30 30 1000
Sonnenblumenöl 10 10 100
Schalenobst - - 100
getrocknete Feigen - - 1000
Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder 2 2 500

*Die Richtwerte sind keine Werte für die Lebensmittelsicherheit

Bestimmungsgrenzen für das Monitoring

Für das Monitoring gelten folgende Bestimmungsgrenzen (LOQ):

AOH, AME:

je max. 2 µg/kg für Getreidebeikost
je max. 4 µg/kg für andere Lebensmittel

TEA:

max. 20 µg/kg für alle Lebensmittel


Unser Expert:innen bieten Ihnen die Analyse verschiedener Alternaria-Toxine in den relevanten Lebensmittelmatrizes unter Einhaltung der empfohlenen LOQs an.

Bildung und Vorkommen von Alternaria-Toxinen

Alternaria-Toxine gehören zu den Mykotoxinen und werden auf natürliche Weise von bestimmten Pilzen der Gattung Alternaria (Schwärzepilze) gebildet. Alternaria-Spezies findet man überall in der Umwelt, vor allem im Boden. Die Pilze sind typisch für die Feldpilzflora und Teil des natürlichen Besatzes von Nutzpflanzen. Durch feuchtes Klima in den Sommermonaten kann es zu einer starken Vermehrung der Pilze kommen, wodurch das Risiko einer Kontamination mit Alternaria-Toxinen steigt.

Der Gattung Alternaria gehören mehr als 50 Arten an, die in unterschiedlichem Maße Toxine und sekundäre Metabolite bilden können. Nur ein kleiner Teil der Alternaria-Toxine treten in Lebensmitteln auf. Hierzu zählen Alternariol, Alternariolmonomethylether, Altenuen, Tenuazonsäure und Tentoxin. Aufgrund ihrer ubiquitären Verbreitung können diese genannten Toxine allerdings in vielen Lebensmittelgruppen vorkommen. Man findet sie in Getreide, Gemüse (Tomaten, Karotten, Kartoffeln), in Früchten wie Äpfeln und Trauben, sowie in Ölsaaten wie Sonnenblumenkerne, Raps und Oliven.

Im EFSA Satement von 2026 wurden insgesamt 16 283 Proben analysiert. Hierbei wiesen besonders Maulbeeren, verarbeitete Tomatenprodukte und Paprikapulver für TEA, Lein- und Sesamsamen sowie Sunnenblumenkerne für AOH, Paprikapulver und Granatapfelsaft für AME und Nüsse und Ölsamen für TEN hohe Befunde auf. Alle genannten Toxine wurden auch in Lebensmittel für Kinder gefunden, besonders in getreide– und fruchtbasierten Produkten. Bei Futtermitteln waren besonders Hirse, Sonnenblumenkernprodukte und Hirse belastet.[3]

Toxikologische Bewertung von Alternaria-Toxinen

Alternaria-Toxine produzieren zahlreiche Sekundärmetabolite, von denen bisher nur wenige genauer chemisch charakterisiert wurden, in Lebensmitteln relevant sind und für Mensch und Tier als toxikologisch relevant eingestuft wurden. Je nach Substanz können die Toxine zytotoxisch, teratogen, fetotoxisch, mutagen, antiviral oder antibakteriell wirken. Zu den häufigsten Allergenen in Innenräumen und im Freien zählen die Alternaria-Sporen, welche Auslöser von Asthma sind, insbesondere bei Kindern.

Da zu den Alternaria-Toxinen relativ wenige Toxizitätsdaten vorliegen, die Strukturen aber bekannt sind, wurde 2011 von der EFSA im Zuge einer Risikobewertung der sogenannte „threshold of toxicological concern (TCC)“ für relevante Alternaria-Toxine festgelegt[2]. Für Alternariol und Alternariolmonomethylether liegt der TCC-Wert bei 2,5 ng/kg Körpergewicht/Tag und für Tenuazonsäure bei 1,5 µg/kg Körpergewicht/Tag.

2026 wurden diese nun aktualisiert und auch weitere die weiteren Toxine Altertoxin I und II (ATX-I, ATX-II) und Stemphyloxin III (STTX-III) betrachtet, wobei keine Referenzkonzentration festgelegt werden konnten. AOH und AME wurden mit einem TTC Wert von 2.5 ng/kg Körpergewicht pro Tag als genotoxisch eingestuft. TEA wurde als nur bedenklich runtergestuft, da mit einer Sicherheit von 98 % bestimmt wurde, dass durch die Nahrungsaufnahme keine kritischen Konzentrationen erreicht werden können. Für ATX-I, ATX-II und STTX-II gibt es aktuell nicht genügend Daten um einen TCC Ansatz zu verfolgen, aber sie werden zunächst als genotoxisch eingestuft. ALT und TEN gelten als nicht genotoxisch und deren Expositionen lagen unter denen des TCC Werts von 1.5 µg/kg Körpergewicht pro Tag, weshalb von einem geringeren Risiko ausgegangen wird. Bei Betrachtung der Toxizität im Tier ist die Studienlage nicht ausreichend, es müssen weitere Daten gesammelt werden um eine gesundheiteliche Belastung auf das Tier ausschließen zu können.[3]

Analyse von Alternaria-Toxinen

Unsere Expert:innen haben jahrelange Erfahrung in der Analytik des vollständigen, für Lebensmittel relevanten Mykotoxinspektrums. Das Kompetenzzentrum für Mykotoxinanalytik innerhalb des globalen Eurofins Labornetzwerks bietet eine quantitative Bestimmung von AOH, AME, TEA, TEN und ALT an. Mithilfe dieser LC-MS/MS Methode ist es möglich, die Alternaria-Toxine in geringsten Konzentrationsbereichen eindeutig zu identifizieren und zu quantifizieren. Die Methode eignet sich für Säfte (Apfel, Birne, Traube, Tomate, Karotte), Tomaten- und Karottenerzeugnisse, Trauben und Wein und ist darüber hinaus auch für Getreide und Getreideerzeugnisse sowie für Ölsaaten anwendbar. Weiterhin bieten wir eine Methode zur Analyse in Ölen an.

Der EFSA Entwurf 2026 empfiehlt, für die zusätzlich genannten Alternariatoxinen ATX-II, STTX-III, ALP, Glucoside und Sulfate von AOH und AME entsprechende analytische Standards und Analysenmethoden zu entwickeln.[3]

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Geschrieben von:

Carina Kellner
Eurofins WEJ Contaminants GmbH