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Feb. 2022. Pflanzliche Proteinquellen sind ein wichtiger Bestandteil bei der Produktion von veganen und vegetarischen Lebensmitteln. Dabei stellen Algen eine interessante Möglichkeit dar, den Proteinbedarf zu liefern und sie u.a. im Segment der veganen Ersatzprodukte von Fisch und Meeresfrüchten einzusetzen.
Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Nährstoffe Algen mitbringen und auf welche kritischen Parameter Sie beim Einsatz achten sollten.
Der Begriff "Algen" ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene, im Wasser lebende Eukaryoten, die Photosynthese betreiben. Um eine Struktur in diese Gruppe zu bringen, eignet sich die Größe der Algen: Es kann zwischen Mikro- und Makroalgen unterschieden werden.
Während Mikroalgen als oft einzellige Organismen nur unter dem Mikroskop zu sehen sind, lassen sich Makroalgen mit bloßem Auge erkennen. In der Lebensmittelproduktion können Makroalgen als Protein- und Ballaststofflieferant direkt eingesetzt werden, wie die etablierten Nori (z.B. Porphyra) bei Sushi oder Ulva lactuca als Meersalat. Aber auch Wakame (Undaria pinnatifida), Irischmoos (Chondrus crispus) und Meeresspaghetti (Riementang, Himanthalia elongata) finden Verwendung. Makroalgen liefern Konsistenz und Geschmack.
Mikroalgen werden ebenfalls zunehmend als Zutat eingesetzt. Zu den bekanntesten Vertretern gehört die Chlorella-Alge, die als veganer Proteinlieferant fungieren kann.
Um Algen geschickt einsetzen zu können, sind neben Geschmack und Verarbeitbarkeit ihre Gehalte an Proteinen, Ballaststoffen, wichtigen Spurenelementen, Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen interessant.
Die Verwendung von Algen bietet gegenüber Feldfrüchten, wie z.B. Ackerbohne oder Soja, die oft als Proteinquelle in veganen Ersatzprodukten dienen, einige ökologische Vorteile, etwa den geringeren Flächenverbrauch. Doch wie lassen sich Algen auch im Sinne des Gesetzgebers ökologisch produzieren?
In der EU-Öko-Verordnung 2018/848 sind die Anforderungen an den Standort definiert, sowie die Vorgabe, dass eine angemessene Umweltprüfung stattfinden und ein Nachhaltigkeitsplan existieren muss. Die Verwendung von Düngemitteln ist stark reglementiert. Auch das Sammeln von Algen gilt als ökologische Produktion, darf aber nur in Gebieten ohne Schadstoffquellen erfolgen.
Bei einem Einsatz von Algen als Zutat ist deren Jodgehalt zu beachten. Derzeit gibt es keinen gesetzlich festgelegten Höchstgehalt bei Algen, aber eine tolerable Zufuhrmenge von 500 µg/Tag. Zu berücksichtigen ist, dass je nach Algenart bei den Gehalten große Unterschiede bestehen können, die zwischen 5 und 11000 mg/kg Trockengewicht betragen. Insgesamt weisen Algen nach dem oft jodierten Speisesalz den höchsten Jodgehalt bei Lebensmitteln auf, gefolgt von verschieden Fischarten.[1, 2]
Trotz der gesundheitlichen und ökologischen Vorteile der Algen müssen auch einige kritische Parameter berücksichtigt werden:
Haben Sie Fragen oder können wir Sie bei der Untersuchung Ihrer Lebens- und Futtermittel unterstützen? Kontaktieren Sie uns noch heute.
[1] Aktualisierte Stellungnahme Nr. 026/2007 des BfR vom 22. Juni 2004: Gesundheitliche Risiken durch zu hohen Jodgehalt in getrockneten Algen
[2] Stellungnahme Nr. 005/2021 des BfR vom 9. Februar 2021: Jodzufuhr in der Bevölkerung: Modellszenarien zur Verbesserung der Jodaufnahme
[3] Stellungnahme Nr. 020/2021 des BfR vom 28. Juni 2021: PFAS in Lebensmitteln: BfR bestätigt kritische Exposition gegenüber Industriechemikalien
Kathleen Enke
Eurofins NDSC Food Testing Germany GmbH