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Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrimans) gehört (wie alle anderen holzzerstörenden Pilzen auch) zu den Basidiomyceten – einer sehr großen Pilzgruppe, zu der auch Waldpilze mit Stiel und Hut gehören. Durch den Abbau von Zellulose und Hemizellulose im Holz bewirkt er eine dunkle Holzverfärbung sowie eine verringerte Festigkeit und ein würfelbruchartiger Zerfall der Holzstruktur. Dementsprechend gehört er zu den sogenannten Braunfäuleerregern.
Besonders bemerkenswert ist seine Fähigkeit, schon bei einer geringe Holzfeuchte mit dem Holzabbau zu beginnen sowie seine hohe Holzzerstörungsfähigkeit. Charakteristisch für den Echten Hausschwamm ist sein Strangmyzel, mit dem er sich über große Entfernungen ausbreiten kann. Dabei überwächst er nicht nur Holz, sondern auch holzfreie Materialien über mehrere Meter hinweg. Zudem ist er in der Lage Mauerwerksfugen, Wände, Schüttungen sowie Versorgungs- und Installationskanäle zu durchwachsen. Wegen seiner guten Anpassung an die Lebensbedingungen im Innenraum und seiner hohen Holzzerstörungsfähigkeit besetzt er in der DIN-Norm 68800-4 (2020-12) einen Sonderplatz.
Seine Fähigkeit Mauerwerk zu besiedeln führte zur bis heute verbreiteten Bezeichnung „Mauerschwamm“. Tatsächlich nutzt der Pilz das Mauerwerk jedoch lediglich als Ausbreitungsweg. Wie alle Pilze benötigt auch der Echte Hausschwamm organische Stoffe als Nahrungsquelle und ernährt sich nicht von mineralischen Baustoffen. Neben Holz kann er verschiedene zellulosehaltige Materialien wie Tapeten, Bücher oder Schilf und Stroh sowie in Einzelfällen sogar Leder und Kartoffeln befallen.
Mauerwerk nimmt dennoch eine besondere Rolle ein, da der Echte Hausschwamm häufiger als andere holzzerstörende Pilze auf alkalischen Baustoffen wie Mörtel und Putz anzutreffen ist. Die vom Pilz gebildete Oxalsäure kann die alkalischen Bestandteile dieser Materialien neutralisieren und schafft damit günstige Bedingungen für sein Wachstum. Zudem ist nachgewiesen, dass er sogar in der Lage ist, wichtige Elemente (z.B. Stickstoff, Phosphor und Eisen) aus anorganischen Substraten aufzunehmen. Diese werden insbesondere für die Bildung des Fruchtkörpers benötigt, welcher dann auch oft am Mauerwerk statt auf Holz angetroffen wird.
Der Echte Hausschwamm reagiert empfindlich auf Luftbewegung und bevorzugt eine konstante Luftfeuchte. Durch seine Verstecke in schlecht belüfteten Bereichen wie hinter Wandverkleidungen, in Zwischendecken oder unter Dielenboden bleiben Befälle häufig über lange Zeit unbemerkt und werden erst entdeckt, wenn bereits erhebliche Schäden entstanden sind.
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