Nacherwärmungsindex

Definition

Der Nacherwärmungsindex misst die Anfälligkeit von Silage für aeroben Verderb (Erwärmung), sobald sie Luft ausgesetzt wird. Ein hoher Index weist auf eine größere Empfindlichkeit hin und ermöglicht frühzeitige vorbeugende Maßnahmen, um Entnahmeverluste zu minimieren und die Futterqualität zu erhalten. Er dient auch als Orientierungshilfe zur Verbesserung zukünftiger Silagemanagementpraktiken.

Ursachen der Erwärmung

Erwärmung tritt durch mikrobielle Aktivität auf, vor allem durch Hefen, wenn während der Entnahme Sauerstoff in die Silage eindringt. Ein Temperaturunterschied von mehr als 10°C zwischen der Silage und der Umgebungsluft ist ein klares Zeichen für Verderb.

Folgen der Erwärmung

Die Auswirkungen der Erwärmung können schwerwiegend sein:

  • Trockensubstanzverluste: Bis zu 3,5 % pro Tag, und über mehrere Tage können die Verluste 10 % überschreiten.
  • Energieverluste: Etwa 15 VEM (niederländische Nettoenergieeinheit) pro kg Trockensubstanz.
  • Risiken für die Futterqualität: Verringerte Aufnahme und in extremen Fällen vollständiger Verderb durch Schimmelwachstum.

Interpretation des Nacherwärmungsindex

Der Index liefert eine Risikobewertung:

  • Unter 20: Geringes Verderbrisiko.
  • Über 50: Hohes Verderbrisiko.

Empfehlungen für das Management

Zur Verringerung von Erwärmung und Verderb:

  • Empfindlichere Silage im Winter verfüttern.
  • Entnahmerate oder Silohöhe anpassen.
  • Propionsäure auf Schnittflächen aufbringen.

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