Propionsäure

Definition

Propionsäure ist eine flüchtige Fettsäure (VFA), ähnlich wie Essigsäure und Buttersäure. Sie hat einen stechenden, sauren Geruch und Geschmack. In Silage entsteht Propionsäure während der Fermentation, wenn Zucker unter günstigen Bedingungen in organische Säuren umgewandelt werden.

Bedeutung in Silage

Propionsäure spielt eine Schlüsselrolle bei der Silagekonservierung:

  • Eine schnelle pH-Absenkung während der Fermentation verhindert Verderb.
  • Hemmt Überhitzung und Schimmelwachstum nach dem Öffnen.
  • Trägt zur allgemeinen Futterhygiene und Stabilität bei.

Der kombinierte Gehalt an Essigsäure + Propionsäure ist Teil der Futteranalyse.

  • Optimaler Bereich in Grassilage: 20–35 g/kg Trockensubstanz.
  • Zu niedrig: Risiko von Erwärmung und Verderb.
  • Zu hoch: Unangenehmer Geschmack und geringere Schmackhaftigkeit.

Wirkungsweise

Essig- und Propionsäure sind schwache Säuren. Bei niedrigem pH-Wert wirken sie antibakteriell auf Pilze, Hefen und schädliche Bakterien. Gut konservierte Silage mit niedrigem pH-Wert minimiert das Risiko aeroben Verderbs. Propionsäure ist häufig in Siliermitteln zur Verbesserung der Konservierung enthalten.

Rolle im Pansen

Im Pansen wird Propionsäure von Mikroorganismen beim Abbau nicht resistenter Stärke (z. B. Getreide) gebildet.

  • Funktion: Liefert Energie und wird hauptsächlich für die Laktosesynthese in der Milch genutzt, die die Milchleistung bestimmt.
  • Risiko: Ein Überschuss an instabiler Stärke in der Ration kann aufgrund hoher Gehalte an Propionsäure und anderen VFAs zu Pansenazidose führen.

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