Bodenbiodiversität

Definition

Bodenbiodiversität bezeichnet die Vielfalt lebender Organismen, die im Ökosystem Boden vorkommen. Dazu gehören Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze sowie größere Organismen wie Regenwürmer, Nematoden und Insekten.

Diese Organismen interagieren miteinander und mit Pflanzen und bilden ein komplexes und dynamisches System, das für die Bodengesundheit essenziell ist.

Bedeutung

Die Bodenbiodiversität ist entscheidend für:

  • Nährstoffkreislauf: Mikroorganismen bauen organische Substanz ab und setzen Nährstoffe für das Pflanzenwachstum frei.
  • Bodenstruktur: Regenwürmer und andere Organismen verbessern die Belüftung und die Wasserinfiltration.
  • Unterdrückung von Krankheiten: Vielfältige mikrobielle Gemeinschaften helfen, bodenbürtige Krankheitserreger zu kontrollieren.
  • Kohlenstoffspeicherung: Bodenorganismen tragen zur Kohlenstoffbindung bei und mindern den Klimawandel.
  • Resilienz des Ökosystems: Biodiversität erhöht die Fähigkeit des Bodens, sich von Störungen wie Dürre oder starken Niederschlägen zu erholen.

Bestandteile der Bodenbiodiversität

  • Mikroorganismen: Bakterien, Pilze, Archaeen – verantwortlich für Zersetzung und Nährstoffumwandlungen.
  • Mesofauna: Nematoden, Milben – regulieren mikrobielle Populationen und den Nährstofffluss.
  • Makrofauna: Regenwürmer, Käfer – verbessern die Bodenstruktur und die Verteilung organischer Substanz.

Faktoren, die die Bodenbiodiversität beeinflussen

  • Bodentyp und -textur
  • Gehalt an organischer Substanz
  • Feuchtigkeit und Temperatur
  • Bewirtschaftungspraktiken (z. B. Bodenbearbeitung, Düngung, Pestizideinsatz)

Förderung der Bodenbiodiversität

  • Organische Zusätze ausbringen (Kompost, Mist)
  • Bodenstörung reduzieren (Mindestbodenbearbeitung)
  • Kulturpflanzenvielfalt und Zwischenfrüchte erhalten
  • Übermäßige chemische Einträge vermeiden

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