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Details der ABG-Anforderungen an Bauprodukte

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Das DIBt informierte am 6. Januar 2016 über einen Entwurf der deutschen Anforderungen an bauliche Anlagen bezüglich des Gesundheitsschutzes (ABG). Inzwischen liegt eine neue Fassung des ABG-Entwurfs vom Juli 2016 vor, vgl. die Seiten 231-244 des Entwurfs der Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB). Diese Fassung wurde im Juli 2016 unter der Notifizierungsnummer 2016/0376/D an die EU-Kommission notifiziert

Es ist vorgesehen, dass diese neue ABG-Regelung auf Grundlage der überarbeiteten Musterbauordnung im Oktober 2016 in Kraft treten soll. Die Regelung zielt ab auf die Qualität der Innenraumluft und auf die gesundheitlich unbedenkliche Nutzung von Aufenthaltsräumen. Es werden die Anforderungen an die Emissionen aus Bauprodukten sowie Obergrenzen für den Gehalt an bestimmten gefährlichen Stoffen beschrieben.

Die Kernpunkte des Entwurfs der AGB-Anforderungen sind:

  • Die Bauaufsichtsbehörden können die Einhaltung dieser Anforderungen bei der Errichtung von Gebäuden verlangen.
  • Dies ist ein allgemeines Dokument, das von produktspezifischen Anforderungen ergänzt und konkretisiert werden soll.
Erfasste Produkte
  • Der Wortlaut des Entwurfs vom 18.03.2016 für diese ABG-Regelung bezieht sich auf alle in Aufenthaltsräumen verwendeten Bauprodukte, "die nennenswerte Anteile organischer Natur enthalten und daher zur Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen neigen".
    • Ausdrücklich genannt werden:
      • Bodenbeläge und -konstruktionen, inklusive Bodenbeschichtungen, Kunstharzestriche und -mörtel, künstlich hergestellter Stein auf Kunstharzbasis, Sportböden - jedoch ohne rein oder überwiegend mineralische Keramikböden,
      • Bodenbelagskleber und Kleber für strukturelle Verbunde,
      • Verlegeunterlagen,
      • Oberflächenbeschichtungen für Holzfußböden und elastische Bodenbeläge,
      • Dekorative Wandbekleidungen Wandbeschichtungen auf Kunststoffbasis,
      • Deckenverkleidungen und -konstruktionen mit nennenswerten Anteilen organischer Natur,
      • Dämmstoffe mit nennenswerten Anteilen organischer Natur, wie z. B. Phenolharzschäume, UF-Ortschäume,
      • behandelte oder verklebte Hölzer,
      • Brandschutzbeschichtungen für Stahlbauteile und nachträglich aufgebrachte organische Feuerschutzmittel.
    • Ausdrücklich ausgeschlossen werden, sofern nicht Anforderungen hinsichtlich der Radioaktivität zu berücksichtigen sind:
      • Produkte auf rein bzw. ganz überwiegend mineralischer Basis, wie Beton, Ziegel, Keramik.
      • Unbeschichtete metallische Baustoffe.
      • Unbehandeltes Holz.
      • Produkte aus Glas.
    • Diese Liste ist den früher von den bauaufsichtlichen Zulassungen durch das DIBt erfassten Produkten sehr ähnlich.
Inhaltsstoffe
  • Gefährliche Inhaltsstoffe sollen vermieden werden. Diese Beschränkung gilt insbesondere für Karzinogene der EU-Klassen C1A und C1B - außer wenn diese keine Gesundheitsgefährdung für die Nutzer der Gebäude darstellen. Deshalb werden die Emissionen dieser Stoffe mit sehr scharfen Grenzwerten belegt.
  • Darüber hinaus werden Anforderungen aufgestellt, um gefährliche Stoffe beim späteren Abbruch des Gebäudes zu vermeiden.
  • Außerdem wird der Gehalt an PAK (5 mg/kg BaP), Nitrosaminen (11 µg/kg), und PCP (5 mg/kg) begrenzt.
Emissionen
  • Die ABG enthält Anforderungen an Bauprodukte hinsichtlich niedriger VOC-Emissionen. "Solche Produkte müssen den Nachweis erbringen, dass die Gebäudeanforderungen mit ihnen zu erfüllen sind, wenn sie in Aufenthaltsräumen und zugehörigen Nebenräumen verwendet werden." 
  • Die Anforderungen an die Emissionen richten sich nach dem AgBB-Bewertungsschema 2015, ergänzt um eine Begrenzung der Emissionen von Ammoniak (0,1 mg/m³) und von Nitrosaminen (0,2 µg/m³) nach 28 Tagen, sofern diese auftreten können. Die Liste der Grenzwerte ist ein Bestandteil der ABG.
    Sie finden die Anforderungen des AgBB-Bewertungsschema 2015 in tabellarischer Form hier: www.eurofins.com/agbb2015-limits.
 Bewertung
  • Dieser Entwurf enthält keine Angaben, durch wen die Bewertung der Inhaltsstoffe sowie der Emissionen erfolgt. Diese Festlegung soll in der jeweiligen, produktspezifischen Technischen Regel erfolgen. Als erstes Beispiel wurde im März 2016 ein Entwurf einer "Technischen Regel Textile Bodenbeläge" (TR TB) vorgelegt, vgl. unsere spezielle Seite, der auch Bestandteil der notifizierten Fassung ist.

Für weitere Informationen beachten Sie bitte unsere Webseite www.eurofins.com/voc-deutschland und folgen Sie bitte unserem VOC Blog.

Bitte beachten Sie:

  • Produkte, die weiterhin eine bauaufsichtliche Zulassung durch das DIBt erhalten können, müssen die Einhaltung der Anforderungen durch diese Zulassung belegen und ein Ü-Zeichen tragen.
  • Produkte, die nicht mehr eine bauaufsichtliche Zulassung durch das DIBt erhalten können, müssen die Einhaltung der Anforderungen auf andere Weise belegen, Einzelheiten wurden noch nicht festgelegt.
    • Das Ü-Zeichen DARF NICHT MEHR auf Produkten und Verpackungen angebracht werden, die ein CE-Zeichen tragen - und zwar ab dem 15. Oktober 2016.
    • Das DIBt empfiehlt, für diesen Nachweis eine noch gültige bauaufsichtliche Zulassung vorzulegen. Sie muss aber weiterhin jährlich überwacht werden, um ihre Gültigkeit zu behalten. Die maximal mögliche Gültigkeit einer Zulassung endet im April 2020.
      • Viele Hersteller nutzen diese Möglichkeit. Sie planen, die noch gültigen Zulassungen als Marketing-Argument gegen Produkte ohne diese Zulassung einzusetzen.
      • Neue Produkte haben diese Möglichkeit nicht mehr.
      • Es ist damit zu rechnen, dass diese Ungleichbehandlung von alten und neuen Produkten zu Problemen führen wird. Dennoch ist das derzeit so vorgesehen.
    • Andere Gütezeichen und Produktzertifizierungen müssen und werden ebenfalls akzeptiert werden.
    • Die Produktzertifizierung Indoor Air Comfort von Eurofins ist eine gute Möglichkeit für diesen Nachweis.
    • Bitte beachten Sie auch unsere Spezialseite zu den Übergangsregelungen.

Leistungen von Eurofins

Eurofins bietet akkreditierte Prüfungen für den Nachweis der Einhaltung dieser Anforderungen an, und wenn erforderlich auch eine Überwachung durch Inspektionen und Zertifizierungen.

Eurofins betreibt sowohl eine akkreditierte und notifizierte Prüfstelle als auch eine anerkannte ÜZ-Stelle. VOC-Prüfungen können für viele Produkte relativ einfach mit Prüfungen für andere Anforderungen kombiniert werden, z.B. für andere Verordnungen oder Gütezeichen wie beispielsweise die Belgische VOC-Verordnung, die Französischen VOC-Verordnungen, die Deutschen VOC-Verordnungen, den EMICODE, den Blauen Engel, das Finnische M1-Gütezeichen und US-amerikanische Prüfungen. Solche kombinierten Prüfungen sind wesentlich kostengünstiger, als wenn man für jede Anforderung einzeln prüft. Ein Beispiel ist das pan-europäische Prüfprogramm von Eurofins.

Zertifizierungsleistungen und Prüfungen für Ü-Zeichen, CE-Zeichen und für die Produktzertifizierung von Eurofins, Indoor Air Comfort - certified products, können bei Bedarf gleichzeitig bestellt und durchgeführt werden - dies ist wesentlich kostengünstiger als wenn jede Leistung für jede der Anforderungen einzeln bestellt wird.

Ihr Kontakt zu den Überwachungs- und Prüfleistungen:

  • Zertifizierungsstelle
    (durch das DIBt anerkannte Überwachungs- und Zertifizierungsstelle)
Eurofins Consumer Product Testing GmbH
Am Neuländer Gewerbepark 4
21079 Hamburg, Deutschland
Tel: +49 40 492 94 6815
Email UZ-Zertifizierung@eurofins.com.
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  • Prüflabor:
    (akkreditiert und notifiziert, sowie durch das DIBt anerkannte sachverständige Prüfstelle)
Eurofins Product Testing A/S
Smedeskovvej 38, 8464 Galten, Dänemark
Tel: +45 7022 4276
Email voc@eurofins.com

Ihr Kontakt zu den VOC-Prüflaboratorien

Hier sehen Sie eine Übersicht über die Kontakte zu den Eurofins VOC-Prüflabors in Europa, China und Japan:
www.eurofins.com/voc-kontakte.